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Kletterkonzept Hirschbachtal der Öffentlichkeit übergeben!
Nun ist in Hirschbach das 14. und damit letzte Projekt der Kletterkonzepte im Bereich des Naturparks Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst offiziell mit der Aufstellung der Infotafel übergeben worden. In dem 2300 Quadratkilometer großen Gebiet des Naturparks sind damit nun 953 Felsen katalogisiert in Kletterkonzepten eingebunden. Die Konzepte zeigen Signalwirkung und fungieren als Vorbildcharakter über die Grenzen der Nation hinaus.

In einer kleinen Feierstunde wurde das Kletterkonzept "Hirschbachtal und Umgebung" mit seinen erfassten 88 Felsen von allen beteiligten Institutionen und Behörden abschließend noch einmal mit einen Rückblick auf die Probleme, aber auch auf die positive Wirkung durch die Leitlinie für naturverträgliches Klettern, angesprochen. Federführend war in diesem letzten Projekt der Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach mit seinem Geschäftsführer, Richard Lehmeier. In seinen Grußworten dankte der Vorsitzende des Landschaftspflegevereins, Landrat Richard Reisinger, allen Aktivisten, "Hier waren Spezialisten am Werk die sich in Natur und Klettern auskennen". Er lobte auch dass dieses Kletterkonzept ohne Konflikte und Komplikationen umgesetzt werden konnte und damit die Fauna und Flora im Frankenjura geschützt bleibt. Auch Hirschbachs Bürgermeister Hans Durst sprach von sanften Tourismus, "Wir leben von und mit der Natur". Christine Rapp von der Naturschutzbehörde bei der Regierung in der Oberpfalz blickte kurz zurück in das Jahr 1992 als man mit der Lenkung der Felskletterer durch markierte Routen im Raum Gößweinstein begann. Ganz nebenbei haben sich Naturschützer und Kletterer in den vergangenen 25 Jahren kennengelernt und Verständnis für die Sichtweise der jeweils anderen Seite aufgebracht. "Für mich ist dieses Kletterkonzept in jeder Hinsicht ein Erfolgserlebnis", sagt Rapp.

Der Biologe Richard Lehmeier, "Im Zuge der Begehungen haben wir viel neues entdeckt, darunter auch Lebermoosblümchen die eigentlich ihre Heimat an anderer Stelle haben". So wurden auch innerhalb einiger Felsen die Kletterrouten verlegt und hierbei packte von der Interessens Gemeinschaft (IG) Klettern, Hans Frost aus Nürnberg, kräftig mit an. Nach eigenen Angaben hat er weit über 500 Löcher für die Sicherungshaken in die Felsen gebohrt. Dr. Guido Köstermeyer, der in der Szene der Kletterer gut bekannt ist, sprach von einem lebenden Konzept welches immer wieder angepasst werden müsse. Derzeit funktioniert es einfach sehr gut, sagt Köstermeyer. Er ist Buch-Autor des Standardwerks, "Peak Performance", das zum Thema Klettertraining dazugehört und arbeitet am Institut für Sportwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. Beim DAV ist Mitglied im Bundeslehrteam Sportklettern.

1992 gewann Köstermeyer als erster Deutscher einen Kletter-Weltcup.

Mit der Fertigstellung des Kletterkonzeptes sind damit insgesamt im großflächigen Naturparkgebiet über 10.000 Kletterrouten erfasst, erklärt der Naturpark Geschäftsführer, Wolfgang Geißner, der sich freut dass damit gleichzeitig der Schutz der Tier und Pflanzenwelt sowie die Nutzung der Natur zur Erholung des Menschen gegeben ist. Nur wenige der Felsen sind im Hirschbacher Konzept für Klettertouren nicht geeignet oder gesperrt. Bei der Reglementierung wurden die Felsen in drei Zonen eingeteilt. Zone 1 bedeutet "Ruhezone" - Hier darf nicht geklettert werden. In der Zone 2 ist das Klettern auf den bestehenden Routen zugelassen. Im Hirschbacher Gebiet, das sich grob über Neutras bis hinüber nach Lichtenegg zieht, befinden sich 66 Felsen in dieser Zone 2. In Zone 3 dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich noch neue Routen erklommen werden. Grundsätzlich können jedoch auch wegen der Vogelbrut noch zusätzliche Einschränkungen erlassen worden sein.

Die Frankenalb mit der Hersbrucker Schweiz und die Fränkische Schweiz bieten ein Eldorado für Kletterbegeisterte. Auch ist Franken international für diese besondere Felsnatur bekannt. Man kann hier von Kindesbeinen an schon das sichere Klettern erlernen. Dafür eignet sich natürlich auch dieses letzte große Gebiet und hier insbesondere der Kinderklettersteig "Via Ferrata Bambini". Der weithin bekannte Höhenglücksteig und der bereits 1928 angelegte Norissteig sind ein Inbegriff für die Kletterregion im Hirschbachtal. Der Klettersport bringt auch Tourismus mit Übernachtungsgästen in die Orte. Dies bestätigt auch Pauline Regler die in Hirschbach eine Frühstückspension betreibt. Die Bergwacht besetzt an Wochenenden ihre Station am Prellstein um im Notfall schnelle Hilfe leisten zu können denn im nördlichen Frankenjura sind Schwierigkeitsgrade vom 1. Grad bis zum 11. Grad erkletterbar. Selbst reine Wanderorganisationen wie der Fränkische Albverein mit seinem Hauptsitz in Nürnberg ist ständiger Wandergast im schwarzen Brand zu dem auch der Prellstein gehört. Dort finden alljährlich im November an der Gedenktafel Versammlungen zum Totengedenken statt.

(Text und Bild: Udo Schuster)