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::: UNSERE KLETTERKONZEPTE :::
Klettersport im Einklang mit der Natur!
Im nördlichen Frankenjura wird seit über 200 Jahren geklettert. In den 80er Jahren entwickelte sich das Klettern zu einer Trendsportart. Die „Fränkische Schweiz" wurde als ein europaweit begehrtes, freies Kletterparadies entdeckt. Die Besucherzahlen stiegen um ein vielfaches gegenüber früheren Zeiten. Strengere Kletterregelungen und Kletterverbote im übrigen Deutschland und nicht zuletzt die Grenzöffnung nach Osten führten hier zu einem regelrechten Boom, der noch heute unverändert anhält. Konflikte mit anderen Nutzungen und Interessen sowie den Belangen der Grundstückseigentümer in einem der größten Naturparke Deutschlands blieben nicht aus. Insbesondere aus Naturschutzreihen wurde massive Kritik laut. Denn es lässt sich nicht bestreiten, dass die Kletterei teilweise erhebliche nachteilige Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt hat.

Die Beeinträchtigung der seit 1986 nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz besonders geschützten Felsvegetation mit seltenen Pflanzenarten im Bereich der Kletterrouten, aber auch durch das Putzen der Felsen und die Verwendung von Magnesia für bessere Haftung, war offensichtlich. Unter den Tieren war vor allem die Vogelwelt betroffen. So werden durch häufige Störung die traditionellen Brutplätze von seltenen Vogelarten wie Wanderfalke und Uhu gefährdet oder von den Tieren völlig aufgegeben. Felssperrungen zur Sicherung einer ungestörten Brut waren die unvermeidlichen Folgen. Gleichzeitig war man sich jedoch auch bewusst, dass mit Verboten allein eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung nicht erreicht werden kann. Die Idee eines gemeinsam erarbeiteten und abgestimmten Kletterkonzeptes wurde geboren. So wurde 1992 im Wiesenttal bei Gößweinstein unter Mitwirkung des Deutschen Alpenvereins, der IG (Interessengemeinschaft) Klettern und der Regierung von Oberfranken eine erste Kletterkonzeption mit dem Namen „Weiße Wand / Eibenwald" erarbeitet. Mit ihr sollte der Kletterbetrieb gelenkt und die für die Felslebensräume belastenden Auswirkungen des Kletterns minimiert werden, um durch die Schaffung von Ruhezonen für Fauna und Flora ungestörten Lebensraum zu erhalten. Dies war der Einstieg in eine künftige Partnerschaft, die in weitere Konzeptionen in der nördlichen Frankenalb mündete und auch deutschland-, sogar europaweit nicht nur Beachtung, sondern vielfache Nachahmung findet.

1995 entstand das „Kletterkonzept Hersbrucker Alb", bei dem Vertreter der Naturschutz- und Kletterverbände sowie die Naturschutzbehörden einen Arbeitskreis gründeten.

2001 wurde das „Kletterkonzept Betzenstein - Plech" fertig gestellt. Auch hier arbeitete der oben genannte Arbeitskreis, diesmal zusammen mit dem Naturpark Fränkische Schweiz -Veldensteiner Forst und den Gemeinden. Auch in Pottenstein wurde im Jahre 1996 mit der Erstellung eines Kletterkonzeptes begonnen, das im Rahmen eines Studienprojektes bei der Aufstellung des Landschaftsplanes der Stadt von der Fachhochschule Weihenstephan, die bedarfsorientierte Lenkung des Kletterbetriebes in diesem überregional bedeutsamen Gebiet untersuchte. Das „Kletterkonzept Pottenstein" konnte Ende 2002 endlich fertig gestellt werden und steht nun vor der Umsetzung. Während in anderen Klettergebieten Deutschlands weiterhin Konfrontationen bestehen, wird nun in allen Gemeinden im Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst versucht, über gemeinsam erarbeitete Kletterkonzepte einen Konsens zu bewirken. So stehen die Konzepte für Waischenfeld, für den Frankenjura im Landkreis Bayreuth (Ahorntal, Hollfeld, Pegnitz, Plankenfels) und für das Obere Trubachtal vor der Vollendung. Entsprechende Lenkungsmaßnahmen durch den Naturpark mittels ausführlicher Beschilderung und Informationsbroschüren zum Thema Klettern und die vorliegende Zonierung sowie Internet- und Presseveröffentlichungen ergänzen diese Strategie.

Kern der Kletterkonzeptionen ist die bewährte Zonierung der Felslebensräumen in Bereiche mit unterschiedlicher Nutzung:
  • Zone l: Ruhezone, Verzicht auf das Klettern. Hier wird grundsätzlich nicht geklettert!
  • Zone 2: „Status quo". Klettern auf bestehenden Routen bis zum Umlenkhaken. Keine Neutouren!
  • Zone 3: Klettern auf bestehenden Routen bis zum Umlenkhaken, neue Routen außerhalb der Vegetationszone mit Umlenkhaken.
Nicht im Konzept erfasste Bereiche sind automatisch als Zone l anzusehen, d. h. sie dürfen nicht beklettert werden. Außerdem können zeitliche Sperrungen in Einzelfällen festgelegt werden. So wird z. B. im Falle einer Brut von Uhu oder Wanderfalke der betroffene Wandbereich sofort durch eine entsprechende Beschilderung gesperrt, die nach Flüggewerden der Jungvögel wieder entfernt wird. Die Zonierung und die örtlich jeweils erforderlichen Maßnahmen wurden bei Ortsbegehungen durch Vertreter der beteiligten Kletter- und anerkannten Naturschutzverbände, der Gemeinden und Behörden gemeinsam festgelegt.